Wichtige Veränderungen seit dem 01.01.2011

Von Schuldnerberater Mark Schmidt-Medvedev von der afg-Schuldnerberatung

Neues Jahr – neues Glück! Das Jahr 2011 wird sicherlich wieder viele neue Dinge für uns bereithalten, einige davon sind schon bekannt und viele gelten seit dem 01.01.2011. Die wichtigsten Veränderungen sollen hier kurz dargestellt werden:

 

Änderungen SGB II (Hartz 4)

Schuldnerbrater Mark-Schmidt-Medvedev

Zunächst bedeutet das für Hamburg eine Namensänderung. Aus der „Hamburger Arbeitsgemeinschaft SGB II“ (ARGE) wird nun offiziell das „jobcenter team.arbeit.hamburg“ (Jobcenter). Die Zuständigkeiten, Ansprechpartner und Adressen der einzelnen Jobcenter bleiben jedoch gleich. Das Elterngeld wird nun wieder voll als Einkommen angerechnet und verringert dadurch den Anspruch auf Leistungen nach SGB II. Bisher wurde auch für die Bezieher von Arbeitslosengeld II ein Beitrag für die Rentenversicherung gezahlt, diesen gibt es nicht mehr. Dadurch verringert sich der Anspruch der Rente, die man später erhält. Auch der befristete Zuschlag (bis zu € 160,00) der zusätzlich zum Regelsatz und zu den Wohnkosten gezahlt wurde, wenn man kein Arbeitslosengeld I mehr bekommt, wird abgeschafft. Dafür wird jetzt aber der Zusatzbeitrag einer Krankenkasse vom Jobcenter übernommen, wenn dieser im normalen Rahmen liegt.

Die Erhöhnung des Regelsatzes, die Einführung von Zusatzleistungen für Kinder (Geld für Nachhilfe, Musikunterricht, Schulessen etc.) und die Verbesserung der Zuverdienstmöglichkeiten (wenn man einen Job hat, soll vom Lohn weniger angerechnet werden und dadurch mehr Geld zur Verfügung haben) sind derzeit noch nicht gültig, da die Politiker dieses noch besprechen.

 

Krankenkasse / Arbeitslosenversicherung

In den Zeitungen ist zu lesen, dass die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland für 2011 mehr Geld und eine positive Entwicklung erwarten. Zunächst trifft dieses aber nicht zu, denn mit der Lohnabrechnung im Januar wird vom Arbeitsgeber erstmal weniger Geld auf das Girokonto überwiesen. Grund: Die Steigerung des Beitragssatzes bei der Krankenkasse (von 14,9 % auf 15,5 %) und bei der Arbeitslosenversicherung (von 2,8 % auf 3,0 %). Ein kleiner Lichtblick: Der Beitragssatz für die Krankenversicherung soll langfristig nicht verändert werden.

 

Gebühren für Geldautomaten

Ab dem 15. Januar sind alle Banken dazu verpflichtet, bei einer Abhebung am Geldautomat die Höhe der Gebühr anzuzeigen, die man für diese Auszahlung bezahlen muss. Ist man damit nicht einverstanden, kann der Vorgang abgebrochen werden. Eine guter Schutz vor hohen Gebühren (gerade bei kleinen Beträgen können diese Gebühren bis zu 100 % des Abhebungsbetrages betragen) ist die Nutzung von Geldautomaten der eigenen Bank bzw. der Partnerbanken. Ist man zum Beispiel bei einer Sparkasse, kann man im Sparkassennetz in Deutschland kostenlos Geld abheben. Gleiches gilt auch für Kunden von Volksbanken bei allen Volks- und Raiffeisenbanken (BankCard ServiceNetz). Ähnliche Vereinbarungen gibt es auch bei privaten Banken. Kunden der Commerzbank, Postbank, Deutschen Bank, HypoVereinsbank und der Norisbank können bei ihrer eigenen Bank sowie bei den Partnerbanken (Cash Group) kostenlos Geld abheben. Die Targo-Bank, Santander Consumer Bank, SEB, Sparda-Bank haben sich im Cash Pool zusammengeschlossen und bieten für ihre Kunden bzw. Kunden der Partnerbanken kostenlose Auszahlungen an.

 

Strompreise

Die Stromanbieter haben ein Gesetz dazu genutzt, ihre Strompreise deutlich zu erhöhen. Normalerweise besteht jedoch kein Grund für diese Erhöhung, da die Stromherstellung nicht teurer geworden ist. Die Konzerne wissen ganz genau, dass die Kunden auch bei einer Erhöhnung der Preise keinen Wechsel des Anbieters vornehmen. Dabei kann man nur dadurch seine eigenen Ausgaben reduzieren und den Unternehmen die rote Karte zeigen. Ein Anbieterwechsel ist dabei gar nicht schwer. Wenn man sich für einen günstigeren Anbieter entschieden hat, braucht man diesen nur zu beauftragen und er erledigt alles für einen. Ganz wichtig ist aber zunächst, einen GÜNSTIGEN und GUTEN Anbieter zu finden. Denn unter den Anbietern gibt es auch schwarze Schafe (unseriöse Anbieter). Sie versprechen teilweise extrem geringe Kosten und Zusatzleistungen, die nach Vertragsabschluss dann aber so nicht mehr eingehalten werden. Wenn Sie weniger Geld für Strom zahlen wollen, aber nicht genau wissen wie Sie das machen sollen, wäre vielleicht der nächste Punkt für Sie interessant.

 

SchuB vor Ort – die mobile Schuldner- und Budgetberatung

Seit längerer Zeit findet im Bürgerhaus (jeden 1. Dienstag im Monat von 14:00 – 16:00 Uhr im Beratungsraum 1.OG) nun schon eine regelmäßige Beratung  zu den Themen Schulden und Finanzen statt. Dieses Angebot wird nun weiter ausgebaut. Im Rahmen des Projektes „SchuB vor Ort – die mobile Schuldner- und Budgetberatung“ der afg worknet Schuldnerberatung wird es neben der bereits bekannten Beratung in Notfallsituationen und zu Punkten wie Schuldenregulierung und Verbraucherschutz nun auch Informationsveranstaltungen zu diversen ökonomischen Themen geben sowie Fortbildungsangebote für Fachkräfte aus der Sozialen Arbeit zur Verfügung stehen. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung wird am 29.03.2011 um 16:00 im Cafe Veronika das Projekt vorgestellt und anschließend ab 17:00 Uhr eine Stromwechselparty angeboten (bitte achten Sie auch auf die entsprechenden Aushänge). Bringen Sie einfach Ihre letzte Jahresabrechnung mit und schon kann es losgehen. Ich freue mich auf Sie!

 

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Frühling und freue mich auf ein neues spannendes Jahr mit Ihnen in der Lenzsiedlung.

Ihr Mark Schmidt-Medvedev