Was man weiß und was man wissen sollte.

 Fragen zum Mietrecht an den Mieterverein zu Hamburg.

Redaktion Lenz Live: Viele Mieter glauben, dass die Wohnung beim Auszug nicht mehr renoviert werden muss, ist das richtig?

MIETERVEREIN: Nein, das ist ein Missverständnis! … Es muss in jedem einzelnen Fall durch einen fachkundigen Berater geprüft werden, was im Mietvertrag vereinbart ist. Steht da etwas von einer Endrenovierung oder gibt es starre Fristen, wann die Wohnung spätestens renoviert werden muss, kann man meist davon ausgehen, dass die Vereinbarung unwirksam ist und der Mieter bei Auszug nicht malen muss. In älteren Verträgen gibt es auch die Formulierung: „ … von der bisherigen Ausführungsart darf der Mieter nur mit Zustimmung des Vermieters abweichen“. Auch diese Formulierung führt dazu, dass die gesamte „Schönheitsklausel“ nicht mehr gilt.

Ist die „Schönheitsklausel“ wirksam, gilt als Faustregel: die Wohnung muss bei Auszug so beschaffen sein, dass sie ohne Probleme weitervermietet werden kann. Grundsätzlich müssen aber Schäden, die man selbst verursacht hat beseitigt werden. Der Vermieter kann auch darauf bestehen, dass Einbauten, die ein Mieter selbst vorgenommen hat, wieder ausgebaut werden.

 

Redaktion Lenz Live: Wie soll man sich verhalten, wenn Mängel in der Wohnung auftreten?

MIETERVEREIN: Grundsätzlich ist ein Vermieter verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Wohnung während der Mietzeit mängelfrei bleibt. Das kann er aber nur tun, wenn ihn der Mieter schnell und umfassend über einen aufgetretenen Mangel informiert. Wer seinen Vermieter nicht rechtzeitig benachrichtigt, kann sogar für die Folgen haftbar gemacht werden.

Reagiert der Vermieter auf eine persönliche oder telefonische Mängelmitteilung nicht umgehend, muss der Mangel schriftlich gemeldet werden. Bei schwerwiegenden Fällen empfiehlt sich ein Einschreiben.

 

Redaktion Lenz Live: Wenn der Vermieter nichts macht, kann man die Mängel dann selbst beheben lassen und die Kosten von der Miete abziehen?

MIETERVEREIN: Das geht nur dann, wenn man dem Vermieter zuvor schriftlich und unmissverständlich eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung gesetzt hat. Wer das nicht macht, kann keine Kostenerstattung fordern!

 

Redaktion Lenz Live: Gilt das auch bei Notfällen wie z.B. einem Wasserrohrbruch?

MIETERVEREIN: Hat der Vermieter keinen Notdienst oder lässt der sich nicht erreichen, dann kann man selbst eine Fachfirma beauftragen. Diese Firma darf aber nur erste Sicherungsmaßnahmen zur Schadensbegrenzung durchführen, andernfalls zahlt der Mieter!

 

Sprechstunde des Mietervereins: jeden letzten Montag im Monat, Stadtteilbüro, Julius-Vosseler-Straße 193, von 19.00 bis 20.00 Uhr (außer in den Schulferien)

Weitere Informationen zum Mietrecht gibt es unter www.mieterverein-hamburg.de