Versicherungsschutz und Mieterrechte bei Wasserrohrbrüchen und anderen Katastrophen

Der Mieterverein zu Hamburg informiert:

Ob ein Wasserschaden sich zu einer persönlichen und finanziellen Katastrophe für den betroffenen Mieter entwickelt, hängt vor allem davon ab, ob ein ausreichender Versicherungsschutz besteht und wer den Schaden verursacht hat. …

 

  1. Der Schaden liegt im Verantwortungsbereich des Vermieters

Grundsätzlich ist jeder Vermieter verpflichtet, die vermietete Wohnung dauerhaft in einem ordnungsgemäßen Zustand zu halten. Wird die Wohnung z.B. durch einen Wasserschaden beeinträchtigt, entsteht ein Mangel, der unverzüglich zu beseitigen ist.

Mit Eintreten eines Wasserschadens hat der Mieter einen sofortigen Anspruch gegenüber seinem Vermieter auf Mietminderung und auf Wiederherstellung von allen beschädigten Teilen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind. Dazu gehören z.B. Tapeten, der Anstrich von Decken und Wänden, Fußbodenbelege, Türen, die vom Vermieter gestellte Einbauküche, Elektroleitungen usw.

Ist während der Schadensbeseitigung ein Verbleib in der Wohnung nicht möglich oder müssen Sachen ausgelagert werden, so hat der Vermieter die anfallenden Kosten als Aufwendungsersatz zu erstatten.

Wer aber erstattet die Kosten für die zerstörten Einrichtungsgegenstände des Mieters? Sofern der Vermieter den Schaden nicht vorhersehen konnte, muss der Mieter allein für die Schäden an seinem persönlichen Eigentum aufkommen! Hat er keine Hausratversicherung abgeschlossen, steht er im schlimmsten Fall vor dem nichts.

 

  1. Ein anderer Mieter hat den Schaden verursacht

Wie im ersten Fall muss der Vermieter alle Schäden am Gebäude umgehend beseitigen.

Lässt der Nachbar seine Badewanne überlaufen, ist der Vermieter daher der Adressat für alle Ansprüche auf Wiederherstellung der Wohnung, für Mietminderung und Aufwendungsersatz.

Schäden an persönlichen Einrichtungsgegenständen sind auch in diesem Fall grundsätzlich bei der eigenen Hausratversicherung anzumelden! Nur wer keine Hausratversicherung abgeschlossen hat, sollte sich umgehend an den Verursacher und dessen Haftpflichtversicherung wenden. Ist der Verursacher nicht versichert, muss der Anspruch auf Schadenersatz direkt gegen ihn durchgesetzt werden.

 

  1. Der Mieter hat den Schaden selbst verursacht

Auch in diesem Fall ist der Vermieter für die Beseitigung der Schäden am Gebäude verantwortlich. Im Gegensatz zum ersten und zweiten Fall, besteht aber kein Anspruch auf Mietminderung oder Aufwendungsersatz. Stattdessen wird sich die Gebäudeversicherung des Vermieters an die Haftpflichtversicherung des Mieters halten und sie zum Ausgleich der Kosten veranlassen. Hat der Mieter keine Haftpflichtversicherung, muss er persönlich mit seinem gesamten Vermögen haften!

Auch wer einen Schaden selbst verursacht, kann –sofern er nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hat – in der Regel damit rechnen, dass seine Hausratversicherung die zerstörte Einrichtung ersetzt. Ist die Wohnung zeitweise unbewohnbar, übernimmt in diesem Fall die Hausratversicherung die Hotelkosten und den Ersatz sonstiger Aufwendungen.

Wer keine Hausrat- und keine Haftpflichtversicherung hat, lebt daher ausgesprochen gefährlich.

 

Weitere Informationen zum Mietrecht gibt es unter www.mieterverein-hamburg.de