UNTERVERMIETUNG – WAS MAN WEISS UND WAS MAN WISSEN SOLLTE

FRAGEN ZUM MIETRECHT AN DEN MIETERVEREIN ZU HAMBURG

Seit mehr als 25 Jahren ist Wilfried Lehmpfuhl als Rechtsberater für seine Mieter im Einsatz. In Einzelberatungen, bei Mieterversammlungen und in Verhandlungen mit Vermietern hat er sich im Laufe der Jahre mit fast allen Problemen beschäftigt, die sich zwischen Mietern und Vermietern aber auch zwischen Mietern ergeben können. Als Folge der steigenden Mieten stellt sich für viele Mieter die Frage, ob sich durch eine Untervermietung ein drohender Umzug vermeiden oder einfach nur die Haushaltskasse aufbessern lässt.

 

UNTERVERMIETUNG

Redaktion: Was versteht man rechtlich unter einer Untervermietung?
MV: Es wird zwischen der vollständigen Untervermietung, also der Überlassung der gesamten Wohnung an einen Dritten, und der teilweisen Untervermietung unterschieden. Bei der vollständigen Untervermietung kann der Vermieter nach eigenem Ermessen entscheiden, ob er zustimmt. Bei der teilweisen Untervermietung hat der Mieter in den meisten Fällen einen Anspruch auf eine Zustimmung. Gefragt werden sollte der Vermieter in der Regel immer.

Redaktion: Wann muss der Vermieter bei einer Untervermietung nicht gefragt werden?
MV: Nur wenn ein Ehepartner, eigene Kinder oder die Eltern in der Wohnung aufgenommen werden.

Redaktion: Auf welchen Rechtsanspruch kann sich der Mieter bei einer gewünschten teilweisen Untervermietung berufen.
MV: Hier gilt das sogenannte „berechtigte Interesse“, d.h. es genügen einleuchtende wirtschaftliche und persönliche Gründe des Mieters, dazu gehört z.B. auch eine entsprechende Aufforderung der ARGE.

Redaktion: Wann darf ein Vermieter eine Untervermietung verweigern?
MV: Nur dann, wenn in der Person des Untermieters ein wichtiger Grund vorliegt, die Wohnung übermäßig belegt würde oder aus anderen Gründen dem Vermieter die Untervermietung nicht zugemutet werden kann.

Redaktion: Wie stellt man einen Antrag zur Untervermietung?
MV: Immer schriftlich. Die persönlichen Umstände und der Name sowie das Geburtsdatum des Untermieters müssen im Schreiben angegeben werden. Die Einkommensverhältnisse des Untermieters gehen den Vermieter aber nichts an.

Redaktion: Was kann man tun, wenn der Vermieter die Erlaubnis verweigert und was passiert, wenn man ohne Genehmigung untervermietet?
MV: Wenn auch mit Unterstützung des Mietervereins keine Zustimmung zu erreichen ist, bleibt nur die Klage beim zuständigen Amtsgericht. Wird ohne Erlaubnis untervermietet, riskiert der Mieter – nachdem eine Abmahnung durch den Vermieter erfolgt ist – die fristlose Kündigung. Meist geschieht dies bei einer vollständigen Überlassung der Wohnung.

Redaktion: Zu welchem Preis darf ein Zimmer vermietet werden?
MV: Die Miethöhe kann frei ausgehandelt werden, am besten orientiert man sich an der vom Hauptmieter gezahlten Miete. Eine Möblierung kann einen Aufschlag rechtfertigen.

Redaktion: Mit welchen Fristen kann ein untervermietetes Zimmer gekündigt werden?
MV: Bei unmöblierten Zimmern beträgt die Frist sechs Monate (wie bei Einliegerwohnungen in einem Zwei-Familien-Haus). Bei möblierten Zimmern kann die Kündigung mit kurzer Frist, d.h. zum Ende des Monats erfolgen, wenn sie spätestens bis zum 15. beim Untermieter eingegangen ist. Ein Untermietverhältnis endet grundsätzlich mit dem Auslaufen des Hauptmietverhältnisses.