OLE MÜLLER ÜBER NACHBARSCHAFT, KULTUR, MUSIK UND TANZENDE MÄDCHEN

Vor etwa 6 Jahren habe ich die Verantwortung für das Musikprojekt übertragen bekommen. Ein Erbe, das ich von dem im Viertel sehr geschätzten Nachbarn und Musiker Eddy Wright übernahm. Seinen Ansatz, junge Menschen mit Musik in Kontakt zu bringen und zu fördern teile ich und versuche, seine Ideen weiterhin umzusetzen. Seit dem ist viel passiert und ich habe viele sehr nette und interessante Menschen kennenlernen dürfen.

Bei diesen Begegnungen wurde klar, dass sich etliche gerne in die Arbeit des Vereins Lenzsiedlung e.V. einbringen möchten und vor allem „Einiges drauf haben!“.
Tolle Projekte wurden seitdem von Bewohnern der Lenzsiedlung durchgeführt – von Breakdance- und Tanzangeboten über Graffiti- und Hörspielprojekten bis hin zu immer noch laufenden Kursen im Musikprojekt.
Daneben konnten wir mit vereinten Kräften Veranstaltungen wie die Blockparty und die Weihnachtsgala ins Leben rufen. Hierbei haben alle, ob nun Jung oder Alt, dazu beigetragen, dass diese ein großer Erfolg wurden.

Vor 6 Jahren gab es eine sichere, behördliche Finanzierung des Musikprojekts. So gesehen war es aus finanzieller Sicht relativ unproblematisch, Kurse und Veranstaltungen zu ermöglichen. Im Rahmen der Kürzungen innerhalb der Offenen Kinder- und Jugendarbeit wurde im Jahr 2013 die Finanzierung des Musikprojekts gestrichen. Diese Gelder wurden nicht nur für die Angebote im Musikprojekt verwendet, sondern insgesamt für Angebote der Kinder- und Jugendkultur in der Lenzsiedlung.
Ziemlich doof standen wir da, als wir hörten, dass die Stadt das Musikprojekt ab 2013 nicht länger finanzieren würde.
Was also tun, um die Projekte zu retten? Die Antwort stand schnell fest: Erst mal den Menschen klar machen, was da auf dem Spiel steht und nach außen tragen, was in der Lenzsiedlung alles gemacht wird. Wir sprachen mit Zeitungen, machten ein Protestkonzert und beteiligten uns an Demonstrationen. Wir, dass sind übrigens die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen der Lenzsiedlung, die super mitgeholfen haben und in dieser Zeit für ihre Interessen bzw. die ihrer Kinder einstanden.

Die Bemühungen waren nicht umsonst. Ein ehemaliger Anwalt aus Hamburg las in der Zeitung von der Entwicklung und entschloss sich, das Musikprojekt durch eine Spende am Leben zu halten.
Nun konnten wir erst mal durchatmen. 2013 konnten die Angebote weiterhin bestehen bleiben. Schlagzeug- und Gitarren-Schüler, singende Mädchen und die mittlerweile 3 Jahre existierende Tanzgruppe Lenz-Dance konnten weiter machen.
Wie das nun mal so ist vergeht ein Jahr, und so standen wir wieder vor dem gleichen Problem.
Aber auch für 2014 fand sich eine Lösung. Die Firma Beiersdorf, die ihren Geschäftssitz in der direkten Nachbarschaft der Siedlung hat, entschloss sich, die Gruppe Lenz-Dance und das Musikprojekts zu finanzieren.
Nun wird also weiterhin getanzt, gerappt, gesungen, gemalt, gedrummt… und vieles mehr.

Ein großes Kompliment an die Bewohnerinnen und Bewohner für gute Ideen, großes Engagement und Leidenschaft im Bemühen um die Verbesserung des Lebens in unserem „Dorf in Eimsbüttel“.
Ich bin guter Hoffnung und wünsche mir, dass sich auch weiterhin finanzielle Unterstützer finden, damit dieses tolle Engagement honoriert wird und Kinder- und Jugendkultur weiterhin im Viertel stattfinden kann.

Ein Dankeschön also an Beiersdorf und Herrn Wooge für ihr finanzielles Engagement.

Ole Müller