LenzLive-Ausgabe 04/2018

Liebe Leserinnen und Leser,

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selten empfand ich ein Jahr so politisch angespannt wie das Jahr 2018. Und es deutet nichts darauf hin, dass das nächste Jahr entspannter sein wird.
Im Oktober gab es sommerliches Wetter, als wenn die Sonne einen Ausgleich zum ansonsten desaströsen politischen Zirkus schaffen wollte. Der Mensch im Weißen Haus in Washington beleidigt weiter die Frauen indem er einen nicht ganz unbescholtenen Mann auf einen der wichtigsten Richterposten in Amerika setzt. Die erzkonservative CSU verliert ihre Wähler, auch durch die polterige Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit, die selbst vielen Bayern zu weit ging. Ein Kreuz in jeder Amtsstube und Schule bedeutet nicht unbedingt auch christliches, mitmenschliches Verhalten.
Die USA und China liefern sich einen Handelskrieg, der auch andere Länder in Mittleidenschaft zieht. Die Rechtspopulisten aus den USA, Italien, Ungarn, Polen, Tschechien und Österreich sind weiter auf dem Vormarsch.
In unserem Land versuchen Politiker die rechte Gefahr kleinzureden und dem grausamen Krieg mit 6 Millionen Toten in diesem Land zu verharmlosen und als „Vogelschiss“ herabzuwürdigen.
Und als wenn wir nichts aus unserer Geschichte gelernt hätten, ist Antisemitismus und Rassismus wieder gesellschaftsfähig. Hoffnung machen die vielen Gegendemonstrationen. Die Mitte der Gesellschaft wehrt sich gegen die rechte Vereinnahmung. Das zeigen die großen Demonstrationen in Berlin und Hamburg.
Wie werden wir uns entscheiden. Eine freie, pluralistische Gesellschaft oder werden wir weiter von rechten Populisten vereinnahmt?
Noch ist es nicht so weit, aber wir sollten in unserer Aufmerksamkeit nicht nachlassen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges lautete die wichtigste Erkenntnis „Wehret den Anfängen“.
Der 9. November 1918, 1938 und 1989. Die drei Daten bedeuten in der Geschichte unseres Landes einschneidende Ereignisse. 1918 das Ende des ersten Weltkrieges und der Beginn der Weimarer Demokratie. Die erste Demokratie auf deutschem Boden. Nach langen Kämpfen bekamen die Frauen in Deutschland endlich das Wahlrecht. Die jüngere Generation der Frauen in diesem Land sollte dies nie vergessen.
1938 der Zivilisationsbruch. Die Reichsprogromnacht in der jüdischen Synagogen und Geschäfte von einem deutschnationalen Mob zerstört wurden war Auftakt zu millionenfachen Morden an den Juden.
1989 der Fall der Mauer. Deutschland war wieder ein geeintes Land.
Erinnern wir uns auch in Zukunft an diese bedeutenden Ereignisse.

Viel Vergnügen beim Lesen. Wir wünschen allen wunderschöne Weihnachten und einen schönen Rutsch ins neue Jahr.