Lasst die Flüchtlinge menschenwürdig bei uns leben!

Pressemitteilung des Ida Ehre Kulturvereins und der ev.-luth. Kirchengemeinde Eimsbüttel

Das Diskussionsforum der Veranstaltung „…denn ich bin fremd-Migration ist Menschenrecht“ im Februar 2015 formuliert Handlungsempfehlungen für eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik in Deutschland.

Es diskutierten und verabschiedeten die nachfolgende 5-Punkte-Erklärung:
Rupert Neudeck1, Dr. Torsten Sevecke2, Pastor Helmut Kirst3, Prof. Ursula Neumann4, der Schauspieler Peter Franke.

 

1. Flüchtlinge sind häufig lange von staatlichen Leistungen abhängig und zur Untätigkeit gezwungen, deshalb soll es ihnen ermöglicht werden, sofort arbeiten zu können, und zwar unabhängig von ihrem Status. Diese Arbeitserlaubnis ist gesetzlich zu regeln und darf nicht durch Restriktionen eingeschränkt werden.

2. Als Sofortmaßnahme für die jungen Flüchtlinge muss bereits bei der Aufnahme ihre Qualifizierung und Berufsausbildung im allgemeinen und beruflichen Schulwesen in Zusammenarbeit mit den Bildungsträgern gesichert werden. Auch wenn einige von ihnen vielleicht nicht bleiben werden, ist aber die Untätigkeit von jugendlichen arbeitsfähigen Menschen menschenunwürdig und nicht hinzunehmen.

3. Die Unterbringung der Flüchtlinge in kleinen Einheiten ist eine wichtige Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben in Deutschland. Dazu braucht es die konzentrierte Zusammenarbeit der beiden zuständigen Behörden, des öffentlichen Trägers fördern&wohnen mit den Bezirken und den Wohnungsanbietern und eine stärkere öffentliche Förderung passenden Wohnraums.

4. Die Zivilgesellschaft setzt sich bereits in großem Maße für die Aufnahme und den Schutz der Flüchtlinge ein. Sie braucht dazu die ausdrückliche Anerkennung und Unterstützung von Politik und Verwaltung. Notwendig sind Organisationsstrukturen für den Einsatz der vielen Freiwilligen und Hilfsbereiten. Die staatlich unabhängigen Beratungsstellen und Flüchtlingshilfeorganisationen zusammen mit den beiden Behörden und den öffentlichen Trägern sind aufgerufen, eine unabhängige Koordinierungsstelle einzurichten.

5. Patenschaften haben sich in der Betreuung der Flüchtlinge bewährt. Auch sie müssen von den beteiligten Behörden, den öffentlichen Trägern und Einrichtungen, den staatlich unabhängigen Beratungsstellen und den Flüchtlingshilfeinitiativen noch besser organisiert und erweitert werden.

 

Die ev.-luth.Kirchengemeinde Eimsbüttel hat Lampedusaflüchtlinge in einer Gemeindewohnung aufgenommen, sie werden von Mitgliedern der Gemeinde betreut. www.kirche.eimsbuettel.de, apostelkirche@eimsbuettel.de, pastorin.sierts@kirche.eimsbuettel.de
Der Ida Ehre Kulturverein engagiert sich in Schul- und Stadtteilprojekten gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung. www.ida-ehre-kulturverein.de, i.ehre@menzelprachner.de

Die Pressemitteilung als pdf finden Sie hier.

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1 Begründer des Vereins Cap Anamur und der Grünhelme
2 Bezirksamtsleiter des Bezirkes Eimsbüttel
3Ev-luth. Kirchengemeinde Eimsbüttel
4 Universität Hamburg, ehem. Ausländerbeauftragte des Hamburger Senats