Für die Gesundheit der Kinder in der Lenzsiedlung

Im Jahr vor der Einschulung geht jedes Kind in Hamburg zur Schuleingangsuntersuchung. Die ist gesetzlich vorgeschrieben und wird vom Schulärztlichen Dienst der Gesundheitsämter durchgeführt. Der Schularzt untersucht, wie das Kind sich körperlich entwickelt hat, wie es um seine motorischen und sprachlichen Fähigkeiten steht und wie sein allgemeiner Entwicklungsstand ist. Ein Hör- und ein Sehtest werden durchgeführt. Und der Schularzt berät die Eltern, welche Impfungen das Kind noch braucht, denn in der Schulzeit ist ein guter Impf-schutz besonders wichtig. Wenn die Eltern einverstanden sind, werden fehlende Impfungen kostenlos nachgeholt. Auch die Eltern können sich bei dieser Gelegenheit impfen lassen.

Gerne beantwortet der Schularzt auch die Fragen der Eltern, wie sie ihr Kind gut auf den neuen Lebensabschnitt Schule vorbereiten können.

Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen helfen aber auch den Gesundheits- und Bildungspolitikern sowie den zuständigen Ämtern bei ihrer Aufgabe, die Bedingungen für die gesunde Entwicklung von Kindern in Schule, KiTa und Nachbarschaft zu verbessern. Dazu werden die Ergebnisse zusammengefasst und anonymisiert.

Der Runde Tisch Lenzgesund, der sich dreimal im Jahr im Bürgerhaus trifft, wollte wissen, wie es um die gesundheitliche Lage der Kinder in der Lenzsiedlung im Jahr vor der Ein-schulung steht. Wir haben deshalb die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen  von 2005 und 2009 ausgewertet. Es gibt erfreuliche Ergebnisse, aber auch solche, die unsere Aufmerksamkeit verlangen.

Heraus kam, dass Eltern aus der Lenzsiedlung bei der Inanspruchnahme von Schutz­impfungen vorbildlich sind. Bei Diphterie, Tetanus, Polio und Pertussis lag der Anteil der voll-ständig geimpften Kinder in der Lenzsiedlung etwas höher als im gesamten Bezirk Eimsbüttel. Bei Masern, Mumps, Röteln sowie HIB war der Vorsprung so gar noch deutlicher. Hier waren die Kinder aus der Lenzsiedlung fast zu 100% geimpft. Die Ergebnisse sind 2009 noch besser, als sie es schon 2005 waren.

Ausgesprochen erfreulich ist auch, dass für fast jedes Kind das gelbe Vorsorgeheft und der Impfpass vorgelegt werden konnte, was das hohe Gesundheitsbewusstsein der Eltern unterstreicht.

Die kinderärztlichen Früh­erkennungs­­untersuchungen im ersten Lebensjahr (U1-U6) werden von den meisten Eltern aus der  Lenz­siedlung wahrgenommen. 2009 nahmen z.B. an der U6 fast 9 von 10 Kindern teil.  Ziel dieser kosten-losen  Untersuchungen beim Kinderarzt ist es, Krank­heiten und Auf­fälligkeiten in der Entwicklung früh­zeitig zu erkennen und zu behandeln.

Nach dem ersten Lebensjahr sind die Früherkennungsuntersuchungen nicht weniger wichtig. Dennoch werden nur 7 von 10 Kindern aus der Lenzsiedlung bei der U7 am Ende des 2. Lebensjahres und bei der U8 am Ende des 4. Lebensjahres beim Kinderarzt vorgestellt. Bei der U9 am Ende des 5. Lebensjahres waren es nur wenig mehr. Alle Eltern sollten auch diese Untersuchungen für ihr Kind in Anspruch nehmen, denn sonst werden Chancen vertan, Kinder mit Unterstützungsbedarf z.B. in der Sprachentwicklung oder in der Bewegungskoordination noch vor Beginn der Schulzeit zu fördern.

Eines der größten gesundheitlichen Probleme im Kindes- und Jugendalter stellt heute das Übergewicht dar.  Es ist oft der Grundstein für Übergewicht im Erwachsenenalter und erhöht das Risiko für Erkrankungen wie z.B. Diabetes und Bluthochdruck. Übergewicht ist fast immer durch ungesundes Ernährungsverhalten und Bewegungsmangel verursacht.

Der Anteil der Kinder mit Übergewicht in der Lenzsiedlung ist hoch. Fast jedes fünfte Kind ist beim Schulanfang davon betroffen. Im gesamten Bezirk Eimsbüttel ist es nur jedes 11. Kind. Immerhin sind die Werte in der Lenzsiedlung gegenüber 2005 leicht gesunken. In dieser Richtung weiter voranzukommen, sollte das gemeinsame Ziel sein.

 

Haben Sie Fragen zu diesem Bericht? Möchten Sie sich an der Diskussion zur Verbesserung der gesundheitlichen Lage in der Lenzsiedlung beteiligen? Dann wenden Sie sich doch an Helena Behrens, den Gesundheitsscout für die Lenzsiedlung, Tel. 43 09 67 25.

 

Karin Wolf, Institut für Medizin-Soziologie am UKE  ◊  Christian Lorentz, Gesundheitsamt Eimsbüttel