Foulspiel oder der Kampf gegen den inneren Schweinehund

Ein Theaterstück über ein Thema, welches wir alle kennen

12. / 13. April 2013 im Saal des Bürgerhauses

In einem alten Lexikon heißt es über das „Besiegen des Inneren Schweinehundes“ – seine eigene Schwäche, seine erbärmliche Gesinnung, die selbstsüchtigen Gefühle und den Mangel an Idealismus selbst erkennen und zu überwinden suchen.

Wer kennt ihn also nicht diesen üblen Gesellen, der immer neue Ideen und Argumente ins Feld führt, die wirkliche Veränderung und Bewegung verhindert?! Schon ganz und gar, wenn es um das Thema Sport geht.

 

Auf besonders anschauliche und lebendige Weise wurde dieses Thema am Freitag und Samstag von Sechs Spielerinnen zwischen 11 und 20 Jahren und der Tanzgruppe LenzDance auf die Bühne im großen Saal des Bürgerhauses gebracht. Alle Akteurinnen zusammen haben sich drei Monate mit Fragen rund um das Thema Sport beschäftigt und daraus ein Stück entwickelt. Und darum ging es:
Das Ende des Schuljahres rückt näher und mit ihm auch der alljährliche Alsterlauf. Alle Schüler aus allen Klassen treten gegeneinander an, um herauszufinden, wer die Schnellsten ihrer jeweiligen Jahrgänge sind. Gelaufen wird die bekannteste Laufstrecke der Stadt, die große Runde um die Außenalster.
Doch während einige dem Wettkampf entgegenfiebern, überlegen andere bereits, wie sie an ein Attest für diesen Tag gelangen.
Für die drei Freundinnen Inga, Zoe und Toto ist dieser Lauf die Gelegenheit, endlich regelmäßig Sport zu machen. Um nicht wieder zu scheitern, beschließen sie, sich gegenseitig zu helfen und besiegeln dies mit einem Pakt.
Doch aller Anfang ist schwer. Und schnell stellt sich heraus, dass die drei ihre größten Widersacher in sich selbst tragen. Es beginnt der Kampf gegen die inneren Schweinehunde…

 

Die Schweinehunde im Stück zeigen sich auf vielfältige Weise. Da lockt ein gemütlicher Mädchenfernsehabend mit Chips und Cola genauso wie die Vorstellung, dass der Körper eigentlich mehr als 8 Stunden Schlaf benötigt, um wieder frisch ans Werk gehen zu können. Wie die jungen Spielerinnen das vielfältige Thema angehen, verdient höchsten Respekt, zumal sie mit „faulen“ Argumenten spielen, die wir alle aus eigenem Erleben allzu gut kennen.

Doch nicht nur die wieder einmal überragende Tanzdarbietung  der LenzDance Mädchen (eigens für das Projekt choreographiert unter der Leitung von Jasmin Kock) setzt das entscheidende Gegengewicht. Dem Publikum wird präsentiert, welch eine Freude es ist, sich zu bewegen und sich darzustellen. Besonders die großartige Inszenierung mit Schwarzlicht und phosphoreszierenden Farben der lenzDance Mädchen brachte das Publikum immer wieder dazu begeistert mitzugehen.  So könnte man abschließend sagen, dass es sich jederzeit lohnt den Kampf gegen den inneren Schweinehund aufzunehmen. Das fand das begeisterte Publikum (an beiden Abenden ausverkauft) ganz genauso und wollte die jungen Spielerinnen und die Lenzdance Gruppe erst nach einer weiteren Zugabe von der Bühne lassen. Ein restlos begeisternder Abend nahm so sein würdiges Ende und wird allen noch lange in Erinnerung bleiben.

Unser herzlicher Dank gebührt der großartigen Leistung  der Spielerinnen

Antonia, Inga, Ellena, Sanaa, Arezoo und Chirley und natürlich den LenzDance Mädchen  
Alicia, Carry-Lynn, Cemre, Andigoni,Theonia, Amandeep, Chahrazed, Anissa, Jasmin, Precious, Vanessa, Güzide, Patmeen, Laura, Yaren, Amabel, Damla, Parisa, Rengin, Michelle unter der Leitung von Jasmin Kock.
Die theaterpädagogische Leitung übernahm Nils Deventer, der auf einzigartige Weise in sehr kurzer Zeit mit den Akteurinnen das Projekt entwickelte und mit seiner Begeisterung ansteckte. Ein genau so herzliches Dankeschön möchten wir dem kurzfristig eingesprungenen Dennis (Bühne, Licht Ton) als auch dem Bühnenassistenten Eckehard Kootz aussprechen.

Peter Hölzerkopf