Daten und Fakten zur Lenzsiedlung

Die Lenzsiedlung gehört verwaltungsmäßig zum Stadtteil Lokstedt und liegt nördlich vom Kerngebiet Eimsbüttel, unweit von „Hagenbecks Tierpark“ an der U-Bahnstation  Lutterothstraße, gewissermaßen im „Dreiländereck“ Stellingen, Lokstedt, Eimsbüttel. Im Süden trennt der Eidelstedter Weg die Wohnsiedlung vom Eimsbütteler Altbaustand.

Die Lenzsiedlung liegt in einer Grenzregion

– Im Bezirk Eimsbüttel: am südlichsten Rand Lokstedts, an die Ortsteile Stellingen und Eimsbüttel Nord grenzend
– am südlichsten Zipfel des Kirchenkreis Niendorf

Die Großwohnanlage, eingefasst von der Julius-Vosseler-Straße, dem Lenzweg und dem Eidelstedter Weg und zugleich Schwerpunktbereich der Aktiven Stadtteilentwicklung, entstand zwischen 1974 und 1984 auf einer etwa 7,6 ha großen Fläche fast ausschließlich im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus.  Die Bevölkerungsdichte von 400 Personen pro ha ist die höchste in Hamburg.

 

Allgemeine Gebietsdaten

Gebietsgröße:                      7,64 ha

Einwohner (2008):                 3027

Bevölkerungsdichte:              ca. 400 Personen je ha

 

Städtebauliche Situation

Der Hochhauskomplex entstand nach dem städtebaulichen Leitbild „Urbanität durch Dichte“ In der Nähe von U-Bahnstationen sollten moderne und von der Wohnfläche her großzügige Wohnungen entstehen, die sich bewusst von den engen und sanierungsbedürftigen Altbaubeständen der inneren Stadt absetzen. Mit über 400 Bewohnern pro Hektar ist die Lenzsiedlung das am dicht besiedelsten Wohngebiet in Hamburg.

Die Siedlung steht zu allen Seiten hin in einem deutlichen Kontrast zu ihrem Umfeld (Altbaubestand im Süden, Reihenhaus- und Einzelhausbebauung im Norden, Freiflächen und Gewerbebereiche im Osten sowie die russisch-orthodoxe Kirche und deutlich niedrigere Mehrfamilienhäuser im Westen).

 

Infrastruktur

Die Lenzsiedlung ist sehr gut an das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel angeschlossen. Die U-Bahnlinie 2 erschließt das Gebiet mit der Station Lutterothstraße. Die Osterstraße ist eine Station entfernt, die Hamburger Innenstadt kann in ca. 15 Minuten mit der Bahn erreicht werden.

 

Wohnstruktur und -qualität

Bis auf  die Häuser Julius-Vosseler-Str. 110 – 116 (GbR Bringezu) ist die Lenzsiedlung im Eigentum der SAGA-GWG.

Es gibt keine Vermietungsprobleme, was vermutlich sowohl auf die verkehrsgünstige Lage als auch auf den z.T. ansprechenden Zuschnitt der Wohnungen zurückzuführen ist.

Befragungen in der Siedlung ergeben bei den Mietern immer wieder eine hohe Wohnzufriedenheit. (Quelle: Eigenbefragung/Schülerbefragung)

 

Sozialstruktur

Die Lenzsiedlung ist eine junge Siedlung!

Während der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre in Hamburg im Schnitt bei ca. 16% liegt, beträgt der Anteil in der Lenzsiedlung 26% (Quelle: Stat. Landesamt 2008)

Und obwohl in dem Block Lenzweg 20-26 relativ viele ältere Menschen leben, fällt der Anteil der über 65-jährigen mit knapp 10% deutlich niedriger aus als die Gesamtstadt (17%). In der Siedlung wohnen viele junge Familien.

Altersgruppen

Unter 18:                 26,3% (Hamburg: 15,8%)

Über 65:                  10,9% (Hamburg: 19,3%)

 

Die Lenzsiedlung ist international

37% der BewohnerInnen haben keinen deutschen Pass (Hamburg: 14%), über 60% einen Migrationshintergrund aus über 60 verschiedenen Ländern aller Kontinente. (Quelle: Stat. Landesamt 2008)

 

Erwerbslosigkeit / Bezug von Sozialleistungen

Ein Drittel der Menschen in der Lenzsiedlung leben von Transferleistungen, d.h. von Arbeitslosengeld II („Hartz4“) sowie Sozialhilfe, damit unterscheidet sie sich deutlich von der Gesamtstadt (13%)

Bezogen auf die Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren ist der Anteil der Arbeitslosen in der Siedlung mit 14,8% sehr hoch. (Vergleiche: in Hamburg 8,6%,  im Bezirk Eimsbüttel 6,5%)

Sowohl bei den 15- bis 25-jährigen (mit 6,8%) als auch bei den 55- bis 65-jährigen (12,9%) liegt die Quote erheblich über Durchschnittswerten im Bezirk von 3,7%, (unter 25 Jahre) und 5,2% (55 Jahre und älter).

Arbeitslosigkeit  (Quelle: Statistisches Landesamt)
bezogen auf die Bevölkerung 1999 2001 2006
15 bis 64 Jahre 12,8 10,7 14,8
unter 25 Jahren   8,4   5,8   6,8
55 Jahre und älter 12,2 11,1 12,9

 

Eines der „Wahrzeichen“ der Lenzsiedlung ist das zweitgrößte Wandbild Hamburgs mit dem Titel: „Wir alle – eine Welt“. Es wurde Ende 2004 von den Künstlern Kai Teschner und Nushin Morid in Zusammenarbeit mit Bewohnern erstellt und ist knapp 300 Quadratmeter groß. Das Thema: Akrobaten unterschiedlicher Hautfarbe bilden spielerisch ein Pyramidennetz. Sie stehen zum einen für die unterschiedliche Herkunft der BewohnerInnen und sollen andererseits die Vielfalt und Lebendigkeit der Lenzsiedlung symbolisieren. Im Hintergrund sieht man einen Ausschnitt des Hamburger Stadtplans mit dem Grundriss der Lenzsiedlung. Thematisch soll das Bild ein Beitrag zur Diskussion um die Verwirklichung einer multikulturellen Gesellschaft in Deutschland sein und zudem die Gleichberechtigung religiöser Gemeinschaften hinterfragen.